Pädagogik für Katzen bzw. Katzenhalter

von Irene Teubner

Nachdem ich mich mit der genetischen Herkunft unserer Miezekatzen beschäftigt und festgestellt habe, dass diese nur von einer Elster abstammen können (weil die süßen, lieben Samtpfoten diebisch sind wie eben jener genannte Vogel), habe ich mich nun mit der erzieherischen Seite beschäftigt und mich gefragt:

Sind Katzen erziehbar?

Eindeutige Antwort: Ja.
Hierfür habe ich auch einige Beweise, die ich den interessierten Lesern nicht vorenthalten möchte.

Hier nun die einzelnen Kommandos:

Kommando 1: "Raus aus dem Bett!"

Optimum: Katze springt freudig aus dem Bett und verlässt das Schlafzimmer
Ergebnis: Mieze öffnet erst das linke Auge, um es dann gleich wieder zu schließen. Nichts tut sich. Nochmaliges Kommando. Rechtes Auge wird geöffnet, um es dann ebenfalls wieder zu schließen und liegen zu bleiben. "Los jetzt, raus, ich habe keine Zeit heute morgen!" Katze steht auf und verkriecht sich unter der Bettdecke. "Los jetzt, jetzt hab ich die Faxen aber dicke!' Nichts tut sich. Also gut,
Frauchen schlägt die Bettdecke zurück und will Katze raustragen. Mieze ist auf einmal blitzschnell, springt aus dem Bett und läuft - nicht raus - sondern unters Bett und grinst Frauchen an ... Frauchen ist stinkig und versucht es mit Locken bzw. weil das nicht klappt mit Zischlauten. Katze bequemt sich dann endlich höchst gemächlich aus dem Schlafzimmer zu spazieren Frauchen kann endlich duschen gehen und kommt 5 Minuten zu spät und ohne Frühstück zur Arbeit. Chef schimpft.


Kommando 2: "Vom Tisch runter!"

Optimum: Katze beeilt sich vom Tisch zu kommen, bevor Frauchen ungemütlich wird.
Ergebnis: Mieze setzt sich erst mal hin, um sich ausgiebig zu putzen - Frauchen stört schließlich beim Mittagsschlaf. Frauchen wird nun wirklich unmöglich und schiebt den Satansbraten vom Tisch.
Mieze motzt und verpasst einem als Dankeschön eine kleine Tätowierung, die ja wieder ausheilt.
Aber diese zeigt ja deutlich, dass Frauchen das Eigentum von Mieze ist.


Kommando 3: "Runter vom Sofa!"

Optimum: Katze räumt den Platz, damit Mensch (insbesondere Besuch) sich setzen kann.
Ergebnis: Siehe Kommando 1 ...- Nur dass sich hier nicht unter die Bettdecke sondern unter die für kühlere Abende bereitliegende Wolldecke verkrochen wird und Frauchen braucht Mieze ja nicht
hinter dem Sofa herausscheuchen. Soll sie doch dort liegenbleiben und ruhig verhalten, damit der Besuch nicht belästigt wird. Mieze kommt aber in kürzester Zeit hinter dem Sofa vor und streicht mit
ihrem im Fellwechsel befindlichen Pelz an den dunklen Sachen des Besuchs vorbei, der sowieso keine Katzen mag.


Kommando 4: "Fresst nicht so gierig!"

Optimum: Mieze frisst manierlich und nur so lange, bis sie satt ist.
Ergebnis: Miezen schlingen, als gäbe es kein Morgen mehr, alles in sich hinein und kotzen auf den frisch geputzten Küchenboden. Frauchen stänkert mit den vollgefressenen Wänsten und putzt mal wieder.

Ich könnte diese Liste noch beliebig lang und mit entsprechenden Beispielen fortsetzen aber das würde hier sicherlich den Rahmen sprengen. Aber sicherlich erkennen Sie genauso wie ich, Katzen, egal ob die gemeine Haus- oder adelige Rassekatze, äußerst leicht erziehen lasen: nämlich dazu , genau das nicht zu tun, was man von ihnen erwartet.

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