Tabaluga, der Spielzeugtester

von Irene Teubner

Hallo, ich bin Tabaluga und möchte mich Euch erst einmal vorstellen:

Vor einigen Jahren wurde ich mit einem derart vereiterten Hinterlauf gefunden, dass man mir ihn dann leider amputieren musste - was mich aber eigentlich nur recht wenig behindert. Nach einer kurzen Rekonvaleszenzzeit bei den lieben Zweibeinern vom Katzenschutzverein, kam ich dann zu meinen Beiden nach Pfaffen-Schwabenheim und war eigentlich gleich der "Star" der Familie.
Kaum habe ich meinen "Leidensblick" aufgesetzt, so sprang man mir hinterher: "Och, Tabaluga, was hast Du denn? Ach Du armer Kater, schau mal, hier ist ein Stückchen Käse für Dich... " Nun habe ich meine Beiden so gut dressiert, dass die Käsegabe eigentlich schon automatisch erfolgt - nur "Ansätze" meines Blickes sind noch notwendig.

In meinem Haushalt leben neben mir meine Beiden - mein Frauchen und Herrchen, ein hüftkranker Schäferhund namens Schappo; eine blinde Nuss namens Lea (auch Schäferhündin), ein tauber weißer Kater, der auf "Einstein" hört - oder auch nicht -, dann noch Kira und Cleo - ein Orientalen-Geschwisterpärchen, mit dem ich mich total gut verstehe. Ich wundere mich nur immer, dass die Beiden auf ihren kleinen Pfötchen überhaupt stehen können .. .. Gesellschaft leisten mir außerdem noch andere "Haudegen" in Katzengestalt, mit denen man so richtig "rumrüpeln" kann.
Meine Beiden denken dann immer, sie hätten eine Horde Elefanten im Haus, wenn es im Treppenhaus treppauf und treppapp im Schweinsgalopp geht ... ). Ach ja, beinahe vergessen hätte ich die netten
"Appetithäppchen" im Aquarium meiner Beiden. Leider bleibt die Abdeckung aber geschlossen ...

Ihr seht also, mir geht es so richtig saugut. Vor allem im Winter, wenn der Stahlkaminofen meiner Beiden an ist. Das ist so herrlich warm und gemütlich davor und zusätzlich kuschle ich mich dann an meinen großen Freund Schappo. Da geht's mir dann sogar so gut, dass ich gar keinen Käse brauche - zumindest so lange nicht, bis Frauchen oder Herrchen in die Küche gehen; da muss ich dann hinterherflitzen und sehen, was ich abstauben kann ...
Mein eigentlicher Grund, Euch zu schreiben ist aber der, dass ich neuerdings einen Job als Katzenspielzeugtester habe und die Ergebnisse würde ich gerne allen mitteilen, denn:
Geschenkgelegenheiten für Miezies gibt es immer ...

Spielzeug-Hitliste:

Spielzeugvorschlag Nr. 1:

Ein dicknasiger Schäferhund.

Es macht richtig Spaß, mit der Pfote nach der dicken Nase zu angeln. Besonders witzig ist es dann, wenn der Hund die Nase zurückzieht, weil er genau weiß, was passiert, wenn ich die Krallen ausfahre (keine Angst, ich tue der Nase ja nichts, weil ich sie ja noch zum Schmusen brauche).

Spielzeugvorschlag Nr. 2:

Echte Mäuse:

Voraussetzung: Ihr müsst möglichst in einem Altbau am Rande des Feldes oder eines Weinberges wohnen und es muss eine Verbindung zwischen Keller und Küche geben, die als Rennstrecke für Mäuse gedacht ist (durch nachträgliche Rohrabeiten vielleicht). Nur blöd: diese dummen Viecher verstecken sich meistens unter dem Küchenschrank und trotz Entfernen der unteren Leiste passe ich einfach nicht drunter. Aber auch hier habe ich eine Lösung: Stiert so lange vor dem Schrank auf die Maus, dass Herrchen und Frauchen nicht mehr zusehen können - sie werden dann alles von den Wänden abrücken und: ab geht die Post!
Wenn Kater oder Katze die Maus dann hat so gilt es, die Beute zu verteidigen: Entweder man knurrt alles an, was sich bewegt - auch Herrchen und Frauchen (die wollen die Maus bestimmt selber essen). Außerdem sollte man sich in ein Eckchen flüchten (mit der Maus im Maul natürlich), in die Herrchen und Frauchen und auch die dicknasigen Hunde nicht hinkommen. Dann gilt es, die Maus so richtig nasszusabbern (leiden muss sie hier nicht, denn was ein echter Kater ist, der erledigt das graue Tierchen, sofort wenn er es hat, mit einem gekonnten Biss). Na ja, aber alles hat seine Vor- und Nachteile: irgendwann ist die Maus halt pitschnass und langweilig ...

Also: ein neues Spielzeug muss her. Was es hier noch für tolle Sachen gibt (z.b. der Schwanz einer blinden Schäferhündin), dass lest Ihr demnächst, wenn es wieder heißt:

Tabaluga erzählt ...

Anmerkung:

Leider haben Tabauga und wir von Schappo Ende 2003 Abschied nehmen müssen. Wir vermissen ihn und seine Gegenwart sehr, aber da, wo er jetzt ist, wird er sich hoffentlich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und unbeschwert mit anderen Hunden und vor allem ohne Schmerzen toben können. Ich hätte diese Geschichte nun umschreiben können aber das wäre wie ein Verrat an Schappo, der uns jahrelang ein wirklich guter Kumpel war.

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